10 Schritte, um die ersten 100 Tage als Führungskraft zu meistern – selbst wenn du noch nie eine Führungsrolle hattest (Teil 2)

Die ersten 100 Tage stehst du im Scheinwerferlicht – ob du willst oder nicht…

Im letzten Teil dieses Beitrags haben wir uns die ersten 5 Schritte angesehen, mit denen Du die ersten Tage als Führungskraft sicher meisterst (hier nochmal nachlesen)

Diese waren:

  • Schritt 1: Erwartungen klären – Wie du das machst und warum das deine wichtigste Grundlage ist
  • Schritt 2: Beziehungen aufbauen: Warum Beziehungen dein Netzwerk für den Erfolg sind
  • Schritt 3: Erste Erfolge: Wie du Quick Wins findest und warum diese für dich so wichtig sind 
  • Schritt 4: Feedback einholen: Warum das dein Erfolgsbooster ist
  • Schritt 5: Vertrauen aufbauen: Wie du das schaffst und warum das die Basis deiner Führung ist

In diesem Teil des Beitrags wollen wir uns weitere 5 Schritte ansehen, die dir dabei helfen, von Anfang an in die Souveräne Führung zu gehen. Also legen wir los und setzen noch eins drauf.

Sämtliche Personenbezeichnungen in diesem Artikel sind geschlechtsneutral zu verstehen und beziehen sich auf alle Geschlechter.
Alle Namen sind frei erfunden.

Schritt 6: Lerne Dein Team und die Unternehmenskultur kennen: Warum das deine Kommunikation verbessern wird

Du bist also seit wenigen Tagen in deiner Führungsrolle. Leider hilft es dir in diesem Moment noch nichts, wenn du deine Pläne, Ziele und Visionen teilst. Erst musst du dein Team und die Gepflogenheiten kennenlernen.
Für dich als Leader ist es entscheidend, dein Team und die Unternehmenskultur zu verstehen. So kannst du das Potenzial deines Teams ausschöpfen. Frage dich: Welche Werte und Arbeitsweisen prägen das Unternehmen? Welche Erwartungen und Erfahrungen bringt jedes Teammitglied mit?
Vor allem in den ersten Tagen und Wochen ist alles neu. Achte daher auch auf „versteckte “ Signale. Die Kultur ist nicht das, was irgendwo geschrieben steht. Die Kultur zeigt sich im täglichen Umgang miteinander.
 
„Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, zuerst zu verstehen, bevor man verstanden werden will.“ – Stephen R. Covey
 
Warum ist das wichtig für dich?
Wenn du die Kultur verstehst und dein Team kennst, kannst du besser kommunizieren und angemessen führen. Anpassungsfähigkeit an bestehende Strukturen ist entscheidend, um Konflikte zu vermeiden. So kannst du auf bereits vorhandene Dynamiken aufbauen.
 
 
Dein Benefit – Was du davon hast:
Wenn du die Teamdynamik und die Unternehmenskultur verstehst, kanns du dich schneller in die Abläufe einfinden. Du vermeidest unnötige Reibungsverluste und bist schneller produktiv. Du bist Teil des Teams und wirst dich zugehörig und akzeptiert fühlen.
 
 
Dein Job als Leader:
🧭 Erkenne individuelle Stärken und Schwächen der Teammitglieder
🧭 Verstehe formelle und informelle Kommunikationswege 
🧭 Erkenne unausgesprochene Regeln der Unternehmenskultur 
🧭 Integriere Teamrituale und Gewohnheiten 
Ein Beispiel aus der Praxis: 
In den ersten Wochen vereinbare ich Einzelgespräche mit jedem Teammitglied. So erfahre ich mehr über ihre Erfahrungen, Arbeitsstile und Erwartungen: „Wie erlebst du die Zusammenarbeit im Team?“ „Was ist dir in unserer Unternehmenskultur besonders wichtig?“

Diese Gespräche helfen mir, eine gute Vertrauensbasis zu schaffen und das Team in seiner Vielfalt zu verstehen. Nutze diese Methode, um ein tieferes Verständnis für die Dynamik deines Teams und des Unternehmens zu entwickeln. Denn genau dann lernst du deine Mitarbeitenden kennen. Jeden für sich. Jeden individuell. Und genau dann kannst du den nächsten Schritt gehen…

Schritt 7: Entwickle dein Team: Wie du gemeinsam nach Bestleistung strebst

Wenn du als Führungskraft dein Team langfristig erfolgreich machen willst, ist es wichtig, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sie auf neue Herausforderungen vorzubereiten.

Das gilt auch weit über die ersten 100 Tage hinaus. Dennoch ist es wichtig, möglichst schnell dein Team und die jeweiligen Stärken kennenzulernen.

Frage dich: Welche Potenziale schlummern in deinem Team, die noch gefördert werden können? Dein Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, in der sich jedes Teammitglied weiterentwickeln kann und gemeinsam wachsen möchte. Berufe dich also nicht auf die jeweiligen Stärken, um die jetzige Situation zu meistern. Erkenne schlummernde Potenziale, die euch gemeinsam in eine herausragende Zukunft bringen.
 
„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ – Philip Rosenthal
 
Warum ist das wichtig für dich? 
Ein starkes, kooperatives Team steigert die Produktivität und das Vertrauen innerhalb der Gruppe. Frühzeitige Maßnahmen sorgen für nachhaltigen Zusammenhalt und erleichtern den Einstieg in eine neue Rolle. Entwickelst du deine Mitarbeitenden noch vor der eigentlichen Herausforderung, werden sie diese viel gelassener und kompetenter annehmen. Sorge also dafür, dass ihr gemeinsam erfolgreich werdet.
 
 
Dein Benefit – Was du davon hast:
Ein Team, das sich wie ein Team fühlt, erzielt weit bessere Ergebnisse als eine zusammengestellte Gruppe von Menschen. Die Zusammenarbeit basiert auf gemeinsamen Werten und Zielen. Sie ist effektiver. Das motiviert das Team zusätzlich. Entwickle dein Team. Fördere Stärken. Erkenne Potenziale.
Wenn du ein starkes Team hinter dir hast, gibt es dir ein Gefühl von Sicherheit. Du weißt, dass du dich auf dein Team und dessen Performance verlassen kannst. Dadurch siehst du Herausforderungen gelassen und souverän entgegen.
 
Dein Job als Leader:
🧭 Erkenne die einzelnen Rollen im Team und stärke diese
🧭 Definiere gemeinsame Werte
🧭 Erkenne und löse Konflikte frühzeitig 
🧭 Habe ein Auge auf die Teamdynamik 
🧭 Erkenne Potentiale und entwickle sie
Ein Beispiel aus der Praxis: 
In regelmäßigen Abständen setze ich mich mit jedem Teammitglied zusammen und bespreche individuelle Entwicklungsziele: „Welche Fähigkeiten möchtest du erweitern? Wo siehst du Herausforderungen? Wie können wir unseren Team-Gedanken und Zusammenhalt weiter stärken?“

So kann ich gezielt Unterstützung anbieten und Wachstumschancen schaffen. Nutze diese Möglichkeit, um zu zeigen, dass du in die Entwicklung jedes Einzelnen investierst und den gemeinsamen Erfolg förderst. 
Wenn deine Mitarbeitenden erkennen, dass sie mit dir gemeinsam Großes erreichen können, sind sie bereit für das erstrebenswerte Bild der Zukunft – die Vision.

Schritt 8: Entwickle eine langfristige Vision und eine Strategie: Warum das viele Diskussionen erspart

Eine langfristige Vision und Strategie sind unerlässlich, um dein Team erfolgreich zu führen. Ohne klare Ziele und einen definierten Kurs fehlt die Orientierung. Die Motivation kann schnell schwinden.

Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, eine inspirierende Vision zu entwickeln. Die Vision soll nicht nur dein Team anspornen. Sie soll auch eine nachhaltige Strategie skizzieren, um diese Vision zu erreichen. Wenn alle wissen, wohin die Reise geht, können sie ihre Energie gezielt einsetzen.

Sie können Aufgaben danach ausrichten und Entscheidungen eigenständig treffen. Das erspart dir so mansche überflüssige Diskussion.
 
„Eine klare Vision ist der erste Schritt, um das Unmögliche möglich zu machen. – Tony Robbins
 
Warum ist das für dich wichtig?
Eine klare Vision und Strategie geben dir und deinem Team Orientierung und ein gemeinsames Ziel. Ohne langfristige Planung gibt es keine Nachhaltigkeit in der Führung. Auch wenn die Vision sehr weit entfernt scheint, so ist sie doch Ansporn und Orientierung zugleich.
 
Dein Benefit – Was du davon hast:
Eine klare Vision motiviert dein Team und fördert das Gefühl der Zugehörigkeit. Wenn Mitarbeiter wissen, dass ihre Ideen und Beiträge wichtig sind, identifizieren sie sich stärker mit den Unternehmenszielen. Die Performance deines Teams steigt.
Du kannst dich mit deiner Kommunikation stets an der Vision ausrichten.

Eine gut kommunizierte Vision gibt dem Team einen Sinn für die eigene Arbeit. Dieses Gefühl von Bedeutung motiviert die Mitarbeiter. Sie fangen an, über ihre täglichen Aufgaben hinauszudenken und sich aktiv für die Erreichung der gemeinsamen Ziele einzusetzen. Für dich bedeutet dies, dass du ein inspirierendes Umfeld schaffst, in dem Kreativität und Innovation gedeihen können. Du schaffst ein Gefühl, etwas Größeres zu gestalten und eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
 
Dein Job als Leader:
🧭 Definiere langfristige Ziele 
🧭 Plane ein schrittweises Umsetzen der Strategie 
🧭 Binde dein Team in die Visionsgestaltung ein
🧭 Hinterfrage regelmäßig, ob du noch auf dem richtigen Weg bist
Ein Beispiel aus der Praxis:
In regelmäßigen Gesprächen stellte ich meinen Direct Reports die Frage: „Wo möchten wir in fünf Jahren stehen? Wo siehst du unsere Abteilung in fünf Jahren?“

Durch diese gemeinsame Entwicklung der Vision fühle ich mich als Leader verbunden mit meinem Team und kann sicherstellen, dass jeder ein Mitspracherecht hat. Dadurch entsteht ein gemeinsames Verständnis für die langfristige Strategie und die notwendigen Schritte, um dorthin zu gelangen. Diese Gespräche kannst du nicht nur in den ersten Wochen führen, sondern gerne regelmäßig.

Aus der Vision und der Strategie, um dorthin zu gelangen, entwickeln sich haufenweise Maßnahmen und Aufgaben. Der nächste Schritt ist daher enorm wichtig.

Schritt 9: Setze Prioritäten und halte den Fokus: Wie du dich nicht im Chaos verlierst

Als Führungskraft stehst du vor einer Vielzahl von Aufgaben und Erwartungen. Besonders hoch sind die Anforderungen jedoch dann, wenn du neu in einer Rolle bist. Oft wirst du das Gefühl haben, irgendwie alles gleichzeitig machen zu müssen. Das führt jedoch selten zum Ziel.

Um echte Fortschritte zu erzielen, ist es für dich entscheidend, klare Prioritäten zu setzen und den Fokus zu halten. Du und dein Team werden daran gemessen, wie effektiv ihr eure Ziele erreicht. Das gelingt nur, wenn ihr die wichtigsten Themen klar im Blick behaltet. Wähle also bewusst aus, welche Aufgaben und Projekte zuerst angepackt werden, und bringe sie konsequent zu Ende. Das bedeutet auch, einige Dinge hinten anzustellen. Du wirst nicht alles gleichzeitig machen können.
 
 
„Der Schlüssel zu jeder erfolgreichen Strategie ist nicht nur, was man tut, sondern was man bewusst nicht tut.“ – Michael Porter
 
 
Warum ist das wichtig für dich?
Prioritäten zu setzen verhindert Überforderung – sowohl bei dir als auch bei deinem Team.  Prioritäten helfen dabei, die wichtigsten Aufgaben mit höchster Effizienz zu erledigen. Ein klarer Fokus schützt vor Ablenkungen und sorgt für nachhaltigen Erfolg für dich und dein Team.
 
Dein Benefit – Was du davon hast:
Prioritäten schaffen Klarheit und mentale Gelassenheit. Sind die Prioritäten gesetzt, herrscht im Team weniger Chaos und Unsicherheit. Die Produktivität steigt. Für dich als Leader schafft das ein Gefühl der Kontrolle. Eine ruhigere, geordnetere Arbeitsumgebung reduziert dein Stresslevel.

Durch klaren Fokus wissen alle genau, woran sie arbeiten und warum es wichtig ist. Das motiviert dein Team, sich gemeinsam auf die Ziele zu konzentrieren. Zudem stärkst du deine Position als souveräner Leader – du weißt wo es langgeht.
 
 
Dein Job als Leader:
🧭 Sortiere deine Aufgaben und Projekte nach Wichtigkeit und strategischer Relevanz
🧭 Kommuniziere Prioritäten
🧭 Minimiere Ablenkungen 
🧭 Setze klare Deadlines und fordere sie ein
🧭 Lege den Fokus auf die strategischen Ziele 
Ein Beispiel aus der Praxis:
Alle zwei Wochen prüfe ich gemeinsam mit meinem Team unsere Prioritäten: „Welche Aufgaben sind für uns am erfolgskritischsten? Was können wir zurückstellen, um uns auf das Wesentliche zu konzentrieren?“

Durch diese Fokussierung schaffen wir Klarheit. Wir steigern die Effizienz und erreichen nachhaltige Ergebnisse. Nutze diese Methode, um deinem Team Orientierung zu geben und eure gemeinsame Kraft gezielt einzusetzen. Nicht jeder wird damit einverstanden sein.

Vielleicht wirst du für das „Liegenlassen“ von Tätigkeiten kritisiert. 

Schritt 10: Entwickle deinen Umgang mit Widerstand und Kritik: Warum du lernen musst, damit umzugehen

Widerstand und Kritik sind unvermeidliche Begleiter auf dem Weg eines Leaders.

Wenn du von allen gedrückt werden willst, werde ein Kissen.

Wenn du etwas verändern willst, werde ein Leader.

Wenn du als Führungskraft Veränderungen anstößt, wirst du auf unterschiedliche Meinungen und Bedenken stoßen. Der Schlüssel zum erfolgreichen Umgang damit ist, offen und konstruktiv zu reagieren. Statt Widerstand als Bedrohung zu sehen, betrachte ihn als Chance. Du gewinnst dadurch wertvolle Einsichten und wirst dein Team besser verstehen. Der Umgang mit Kritik zeigt, wie gut du in der Lage bist, Vertrauen und Respekt innerhalb deines Teams aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Außerdem bedeutet Widerstand, dass dem Gegenüber im Kern irgendetwas sehr wichtig sein muss. Finde heraus, was es ist.
 
„Kritik ist der Preis, den wir für das Lernen zahlen.“ – Unbekannt
 
 
Warum ist das für dich wichtig? 
Kritik und Widerstand gehören zu jeder Führungsrolle – auch zu deiner. Ein souveräner Umgang damit stärkt deine Position und deinen langfristigen Erfolg.
 
 
Dein Benefit – Was du davon hast:
Wenn du offen mit Kritik umgehst, zeigst du deinem Team, dass du ihre Meinungen wertschätzt. Das fördert ein starkes Vertrauensverhältnis, was langfristig die Loyalität und Motivation deiner Mitarbeitenden stärkt.
Der konstruktive Umgang mit Widerstand ermöglicht es dir, aus schwierigen Situationen zu lernen. Diese Fähigkeit zur Selbstreflexion und Anpassung fördert Dein persönliches Wachstum und macht dich als Führungskraft widerstandsfähiger gegenüber Herausforderungen.
 
 
Dein Job als Leader:
🧭 Erkenne Widerstände frühzeitig
🧭 Analysiere die zugrundeliegenden Ursachen
🧭 Gehe offen und konstruktiv mit Kritik um
🧭 Erkenne Konflikte und löse sie aktiv auf
🧭 Kommuniziere Veränderungen transparent und verständlich 
Ein Beispiel aus der Praxis:
Nicht jeder ist von Veränderungen begeistert. Viele halten an Gewohntem fest. Nicht alles ist dabei negativ. Lade dein Team ein, ihre Bedenken offen zu äußern: „Lasst uns darüber sprechen, warum diese Veränderung auf Skepsis stößt. Welche spezifischen Ängste oder Bedenken habt ihr?“

Gib deinen Mitarbeitenden Raum für ehrliche Diskussionen. Dadurch kannst du Missverständnisse klären und gemeinsam nach Lösungen suchen. Nutze diese Gelegenheit, um zu zeigen, dass du bereit bist zuzuhören und die Meinungen deines Teams ernst nimmst.

Fazit: Setze den Kurs für langfristigen Erfolg

Die ersten 100 Tage als Führungskraft bieten dir die Gelegenheit, ein Fundament zu legen und zu festigen.

Indem du eine klare Vision entwickelst, Prioritäten setzt, dein Team näher kennenlernst und aktiv mit Widerständen umgehst, stärkst du nicht nur die Teamdynamik, sondern förderst auch ein Umfeld, in dem Innovation und Zusammenarbeit gedeihen können. Diese Schritte sind entscheidend, um nachhaltigen Erfolg zu sichern und das Vertrauen deines Teams weiter auszubauen.
 
Wenn du mit diesem Beitrag und damit mit den Schritten 6 bis 10 begonnen hast, ist hier der Link zu den Schritten 1 bis 5: 10 Schritte, um die ersten 100 Tage als Führungskraft zu meistern – selbst wenn du noch nie eine Führungsrolle hattest (Teil 1)

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