„Du musst auf dem Podest stehen bleiben, auf das dich deine Mitarbeitenden stellen.“
Diesen Satz habe ich einmal in einem Buch gelesen. Leider kann ich mich nicht mehr an den Titel des Buches erinnern und ich finde das Buch auch nicht mehr. Ich habe gesucht, aber bei den hunderten Büchern, die ich gelesen habe und die sich in meiner Lese-Lounge stapeln, ist es ein hoffnungsloses Unterfangen. Ich hoffe, du verzeihst mir. Wenn du das Buch kennst, in dem dieser Satz steht, schreib es mir gerne in die Kommentare.
Zurück zum Einstiegssatz. Deine Mitarbeiter stellen dich auf ein Podest…
Mir wohnen zwei Seelen in meiner Brust… (Dieser Satz blieb mir aus dem damaligen Deutschunterricht im Gedächtnis, warum auch immer…)
Aber Goethes Faust hatte Recht. In vielen Fällen bin ich hin und hergerissen. Soll ich auf dem Podest stehen bleiben? Wirkt das souverän? Macht mich das stark? Oder soll ich es nicht tun? Doch etwas Nähe zulassen? Verletzbar sein?
Ich habe mich dann in meiner Führungslaufbahn für die zweite Option entschieden. Ich wollte nicht auf dem Podest stehen bleiben – oder nicht ausschließlich…
Ich habe versucht, nahbar, präsent – ja einfach menschlich zu sein. Ich habe versucht, bewusst vom Podest herabzusteigen. Macht doch mehr Sinn, als ob mich jemand herunterschubst.
„Mit dieser Art und Weise machst du dich auch angreifbar…“ – diesen Hinweis bekam ich damals einmal zu hören.
Und ja – das stimmt. Wenn du dich oft mit deinem Team umgibst, steigen die Chancen, dass sie dir Fragen stellen. Sie werden dich um Hilfe bitten. Sie werden etwas wollen, dass du im Moment vielleicht gar nicht liefern kannst. Du bietest tatsächlich Angriffsfläche und du musst zwangsläufig Unzulänglichkeiten offenlegen. Du wirst sagen müssen: „Puh, das weiß ich nicht. Aber ich bringe es in Erfahrung.“ Oder: „Kann mir hierbei jemand helfen – wie seht ihr das?“.
Aber – und jetzt kommt eine riesige Chance für dich: Du schaffst auch Möglichkeiten zur Verbindung.
„Robert, du bist ja noch mehr einer von uns…“ Auch diesen Satz bekam ich zu hören.
Für mich bedeutete dieser Satz sehr viel (und noch viel mehr, als der erste!). Er bedeutete, dass „wir“ ein Team sind. Und dass „wir“ zusammen durch dick und dünn gehen werden.
Niemand interessiert sich für deine Unzulänglichkeiten. Dein Team will eine starke, eine nahbare, eine menschliche Führungskraft. Es kommt nicht darauf an, was du nicht kannst, sondern darauf, ob du echt bist.
Wie siehst du das?
Welche der beiden Seelen brennt in deiner Brust?
Mit allen guten Wünschen und maximalen Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

