Faule Äpfel und gesunde Bäume
Hast du auch schon einmal einen faulen Apfel im Korb übersehen?
Was passierte mit den anderen Äpfeln?
Ein fauler Apfel reicht aus, um einen ganzen Obstkorb zu verderben. Nicht sofort. Nicht von heute auf morgen. Aber stetig. Immer weiter. Bald hast du einen zweiten faulen Apfel. Bald nen dritten. Solange, bis du einen Korb voller Kompost hast. Dann ist es zu spät. Also hier gilt: Achte auf faule Äpfel.
Wie sieht es bei dir im Garten aus? Hast du dort vielleicht auch einen Baum, der krank ist? Irgendwie trägt er keine Früchte. Die Blätter sind schrumpelig.
Kümmerst du dich um den Baum? Irgendwelche Hausmittelchen gegen Parasiten? Besonderen Dünger? Vorgewärmtes Wasser? Liest ihm eine Geschichte vor. Du streichelst ihn. Was weiß ich noch alles?
Jeden Tag bekommt dieser Baum besondere Pflege. Jeden Tag ganz viel Aufmerksamkeit. Eigentlich alles richtig – oder? Schließlich willst du nicht, dass er andere ansteckt.
Das Problem dabei: Du fokussierst dich stark auf diesen einen, auf diesen kranken Baum – und vernachlässigst deine gesunden Bäume und Pflanzen. Allmählich trocknen sie aus. Verlieren ihre Blätter und Früchte. Sie verkümmern.
Also doch nicht alles richtig – oder?
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, viel zu viel Zeit habe ich mit Mitarbeitenden verbracht, die „besondere Aufmerksamkeit“ benötigten. Ich wollte mein Team nicht in die „One-Bad-Apple-Falle“ tappen lassen. Gleichzeitig wollte ich aber auch nicht die Mitarbeitenden vernachlässigen, welche „einfach“ performten.
Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, aber machbar.
Mach es dir zur Routine, mindestens so viel Zeit mit deinen Performern zu verbringen, als wie du Zeit mit denen verbringst, die du anschieben musst.
Performer fordern wenig Zeit von dir. Sie liefern. Sie sind verlässlich. Immer da, wenn du sie brauchst. Arbeiten wenn niemand zusieht.
Sie sind aber oft auch leise, unbemerkt, schweigsam. Nicht alle stellen sich in den Mittelpunkt und schreien danach, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Nimm diesen Einsatz nicht als selbstverständlich hin! Sprich Anerkennung aus. Zeige, dass du ihren Wert schätzt. Verbringe Zeit mit ihnen. Dabei müssen die Gesprächsthemen nicht einmal business-bezogen sein.
Wie du mit „Bad Apples“ aber auch mit „gesunden Bäumen“ umgehst, prägt deine Teamkultur und vor allem die Leistungsbereitschaft deiner Leute!
Du schaffst ein Umfeld, in der sich Performer gesehen und anerkannt fühlen. Zugleich machst du es denen, die sich eher schieben lassen wollen, zunehmend unangenehmer.
Nun zurück zu den beiden Anfangsfragen:
Hast du auch schon mal einen faulen Apfel um Korb übersehen?
Was passierte mit den anderen Äpfeln?
Mit allen guten Wünschen und maximalen Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

