Schumpeters schöpferische Zerstörung

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der man eine Kiste Lego hatte. Mit diesem Füllhorn an Bausteinen, Teilen, Achsen, Zahnrädern und Stangen baute ich mal nach Anleitung, mal ohne. 

War dann eine Maschine fertiggebaut, fehlte es natürlich meist an Bauteilen für eine andere. Also wurde mit der eben fertiggestellten Maschine gespielt, bis es keinen Spaß mehr machte. Dann wurde „Rückgebaut“. Mit anderen Worten: Das Werk wurde zerstört – um dann wieder ein anderes Werk zu erschaffen.

Heute spiel ich nicht mehr mit Lego…

Letztens im Seminar sagte einer meiner Teilnehmer: „Ich hab jetzt frisch den Job gewechselt. Bei meinem letzten Job bekam ich schon vor dem Drehkreuz Magenschmerzen.“

So hart es klingt, aber viel zu oft ignorieren wir diese Warnzeichen des Körpers. Dein Geist schreit – gut, Gedanken sind leicht zu unterdrücken. Aber der Geist verschafft sich Gehör – oder im obigen Fall eher Gespür. Körperliche Symptome sind nicht mehr so einfach wegzudrücken. 
Diese Art der Signale sind Warnzeichen, um sich mit sich selbst zu beschäftigen, weil es „keinen Spaß“ mehr macht.
Für meinen Teilnehmer waren es seine Werte, die er vertrat und wohl in seiner alten Firma mit Füßen getreten wurden. Für ihn wurde es Zeit, sein altes, vertrautes Umfeld zu „zerstören“, um schöpferisch tätig zu werden. 
Ein mutiger und für ihn notwendiger Schritt.

Mutig, weil er aufhörte, sich gegen seinen inneren Widerstand zu wehren und begannt, auf die Zeichen zu hören. Schließlich hatte er viele Jahre in seinem alten Job verbracht. Beziehungen aufgebaut. Sich sein Umfeld so zurechtgelegt, dass es für ihn zur Routine wurde.
Schöpferisch, weil er begann, sich ein neues Umfeld aufzubauen. Neue Routinen. Neue Arbeitswege. Neue Kolleg:innen. Neue Kultur. Und er ist jetzt Teil davon. Er kann seine Werte, seine Persönlichkeit, seine Fähigkeiten – ja und auch seine Verbesserungspotenziale in ein neues Umfeld einbringen.

Und ja, Schumpeter bezog seine Aussage der schöpferischen Zerstörung auf die Kraft der Innovation. 
Aber im Kern bedeutet es doch: Das Alte schätzen, Neues wagen, Zukunft gestalten.
Nicht alles muss erst „zerstört“ werden, um schöpferisch tätig zu sein.
Vielleicht hätte ich damals einfach nur mehr Legosteine benötigt…
 
Wann musstest du das letzte Mal ein altes Werk zerstören, um aus neuer Kraft schöpferisch tätig zu werden?
 
Mit allen guten Wünschen und maximalen Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

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