So habe ich das nicht gemeint
In der Kommunikation sind Missverständnisse die Regel, nicht die Ausnahme.
Warum?
Nun, wenn ich jemanden etwas sage, dann erwarte ich irgendwie, dass die Person gegenüber, meine komplexen Gedankengänge gehört und mitverfolgt hat, die zu meiner Aussage führten.
Alles, was da unsichtbar mitschwingt – für mich ganz offensichtlich – ist jedoch für den Gegenüber nicht sichtbar, nicht hörbar und nicht fühlbar.
Das Problem verstärkt sich durch schriftliche Kommunikation: E-Mail, Chat, Kurznachricht.
Der sarkastische Unterton. Die subtile Aufforderung, etwas zu tun. Der versteckte Ratschlag. Und vieles mehr, das unausgesprochen bleibt.
Ein kleines und harmloses Beispiel:
Wir sind im Seminarraum.
Einer meiner Teilnehmer in den hinteren Reihen meldet sich zu Wort, mit der Bitte, die Klimaanlage „runter“ zu drehen.
Die Teilnehmer, direkt unter der Klimaanlage sitzend, bestätigen die Aussage. Ihnen ist es zu kühl.
Dem Teilnehmer der hinteren Reihe ist es jedoch zu warm.
Was er meint ist, die Temperatur der Klimaanlage „runter“ zu drehen, um es kühler zu machen.
Was die Teilnehmer direkt unter Klimaanlage meinen ist, die Leistung der Klimaanlage „runter“ zu drehen, um es wärmer zu machen.
Eine einfache Aussage: „Bitte die Klimaanlage runter drehen.“
Zwei oder vielleicht viel mehr verschiedene Bedeutungen.
Und genau so ergeht es mir auch. Was ich sage und was ich meine ist nicht immer dasselbe. Oft passt ein ganzer Elefant dazwischen. Aber ich arbeite daran, konkreter und spezifischer zu werden.
Missverständnisse sind in der Kommunikation also wirklich der Regelfall.
Wie sieht es bei dir aus? Wann dachtest du, du hättest etwas (zumindest in deinen Augen) glasklar erklärt und warst dann vom Ergebnis mehr als überrascht?
Mit allen guten Wünschen und maximalen Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

