Warum du Lakritze nicht mit Schokolade umwickeln solltest
Wer kommt auf die Idee, Lakritze mit Schokolade zu umhüllen?
Wenn ich Lakritze essen will (was ich nicht will!), dann esse ich sie pur (was ich nicht tue!).
Wenn ich Schokolade essen will (was ich will!), dann esse ich sie pur (was ich tue!).
Wenn ich also die mit Schokolade umhüllte Lakritze esse, ist es immer noch Lakritze. Schmeckt mir einfach nicht. Und noch schlimmer: Der Genuss der Schokolade ist auch dahin. Ich habe nur den Lakritz-Geschmack im Mund und irgendwie kann ich die Schokolade gar nicht genießen.
Also esse ich vorwiegend Schokolade und vermeide Lakritz.
Ich trenne hier ganz klar das, was mir schmeckt, von dem, was mir nicht schmeckt.
Warum denken wir dann, dass es bei Feedback anders sein muss?
Kennst du die Sandwich-Technik? Bestimmt.
Du umhüllst deine Kritikpunkte (Lakritze) mit Lob (Schokolade).
Was ist das Ergebnis?
Zuerst verschleierst du, um was es eigentlich geht – nämlich die Lakritze. Du hast einen Kritikpunkt und willst diesen konstruktiv anbringen. Doch vorher willst du deinem Mitarbeitenden Honig (oder in diesem Fall Schokolade) ums Maul schmieren? Funktioniert nicht immer.
Dann: Wird dein Lob ziemlich schnell verpuffen und nicht mehr ernst genommen. Denn auch dein Mitarbeiter weiß, dass jetzt die Lakritze kommt – und die schmeckt ihm auch nicht.
Und auch wenn du das Gespräch wieder mit Lob beenden wirst, bleibt doch dieser fade Hauptgeschmack der Kritik.
Meine Empfehlung. Trenne ganz klar das, was schmeckt von dem, was nicht schmeckt. Beides hat seine Berechtigung. Dennoch sollten wir es handhaben wie Trennkost.
Wenn etwas nicht passt: Unmittelbares, konstruktives Feedback.
Wenn etwas passt: Unmittelbares, ehrlich gemeintes Lob.
Ich für meinen Teil brauche mindestens 4 Tafeln Schokolade, damit ich eine Rolle Lakritze runterbekomme. Und genau das sollte auch das Verhältnis von Lob zu Kritik sein. Wenn du ein Umfeld schaffst, in dem Feedback und positive Bestärkung an der Tagesordnung steht, wird es für beide Seiten einfacher, Dinge anzusprechen.
Bestenfalls wirst du immer weniger Lakritze verteilen müssen…
Wie gehst du mit konstruktiver Kritik um?
Wie und wie oft verteilst du Lob und Anerkennung?
Wird es bei dir auch Zeit, das Gute von dem weniger Gutem zu trennen?
Mit allen guten Wünschen und maximalen Erfolg beim Erreichen deiner Ziele!

