Leadership beginnt bei dir – 5 Mikro-Schritte für wirksamere Führung
Warum du mehr von dir selbst erwarten musst, wenn du wirklich führen willst (und nicht nur managen)
Willkommen in der Realität
Herzlichen Glückwunsch, du bist Teamleiter:in! Endlich in der Position, was zu bewegen. Und was passiert?
Du jonglierst zwischen To-dos, Deadlines, Status-Meetings und der diffusen Hoffnung, irgendwann mal „richtig zu führen“.
Zwischen „Ich will mein Team empowern!“ und „Ich hab keine Ahnung, was ich hier eigentlich tue.“Klingt vertraut? Gut. Denn du bist nicht allein.
Und jetzt kommt die gute Nachricht: Du musst nicht perfekt sein, um eine starke Führungskraft zu werden. Aber du musst dir mehr zumuten, als andere von dir erwarten.
Sämtliche Personenbezeichnungen in diesem Artikel sind geschlechtsneutral zu verstehen und beziehen sich auf alle Geschlechter.
1. Der Mythos von der perfekten Führungskraft – bitte aufwachen!
Du glaubst, du musst alles wissen, jeden Konflikt lösen und dein Team liebt dich trotzdem?
Sorry, das ist ein Märchen aus dem Mindset-Schlaraffenland.
Moderne Führung bedeutet nicht, alles zu können – sondern bereit zu sein, alles zu lernen.
Und das fängt bei deinem eigenen Anspruch an. Es heißt auch nicht, dass du von jedem immer und überall gemocht werden musst. Wäre zwar erstrebenswert. Macht das eine oder andere Vorhaben ein bisschen einfacher. Dennoch wird das nicht passieren.
Deine Erwartungen an dich und folglich auch an dein Team werden nicht immer auf Zustimmung stoßen.
Harter Fakt:
Wer keine Erwartungen an sich selbst stellt, ist kein Leader, sondern Verwalter mit besserem Gehalt.
2. Warum deine größten Schwächen in Wahrheit ungenutzte Stärken sind
Du fühlst dich manchmal wie ein:e Hochstapler:in? Du denkst, „Was mache ich hier eigentlich?“, „Bin ich hier richtig?“, „Kann ich führen?“.
➡ Gut! Das zeigt, dass du reflektierst. Du bist nicht nur am Abarbeiten. Du denkst über dich und dein Verhalten nach. Machen nicht alle… Ein Vorteil, wenn du ihn nutzt.
Du willst dein Team stärken, aber bist zu oft im „Ich-mach’s-selbst“-Modus?
➡ Klassischer Reflex – aber kein Naturgesetz. Daran kannst du aktiv arbeiten. Mach dir bewusst, bei welchen Tätigkeiten das passiert und fange schrittweise an, das zu ändern.
Du willst authentisch sein, ohne dich angreifbar zu machen?
➡ Willkommen im Leadership-Real-Talk. Nicht immer wird dir das gelingen. Und auch wenn ich das Wort „Authentizität“ nicht gerne mag, deine Echtheit, deine Integrität wird nicht bei allen auf Beliebtheit stoßen.
Führung ist kein Selbstoptimierungsyoga – es ist ein Handwerk.
Und das lernt man nicht durch Kontrolle, sondern durch Klarheit. Nicht durch To-do-Listen, sondern durch innere Haltung. Deine Einstellung zu Verantwortung, deine Einstellung zu Leistung, deine Werte und Prinzipien – all das machen aus dir nicht nur eine Führungskraft, sondern eine Führungspersönlichkeit.
3. Erwartungen = Energiequelle (wenn du sie richtig setzt)
Das Streben nach Perfektion und nach Excellence gehören dazu. Dennoch musst du dir überlegen, wo du eine Energie wirksam einsetzen kannst. Hier geht’s nicht um Selbstkasteiung oder toxischen Leistungsdruck.
Es geht darum, bewusst Verantwortung für dein Wirken zu übernehmen.
„Wenn deine Erwartungen an dich höher sind als die der anderen, wirst du nie underperformen!“
Das bedeutet:
Du gibst nicht alles ab, nur weil „Delegation wichtig ist“ – du baust Vertrauen auf. Du überlegst dir, wer kann dir was abnehmen, welche Unterstützung braucht er oder sie und wie soll das Ergebnis aussehen.
Du nimmst nicht alles an dich, nur weil du es besser kannst – du lernst, zu führen, statt zu ersetzen. Du solltest in der Führungsrolle nicht mehr der operative Fachexperte sein. Dafür hast du ein Team aus Experten. Dein Job darf sich vorwiegend um strategische Themen drehen.
Du setzt hohe Standards – nicht aus Ego, sondern aus Verantwortung für Exzellenz. Deine Standards sind der Maßstab für andere. Dein Team orientiert sich daran – bewusst oder unbewusst.
Führung heißt nicht: „Ich muss alles schaffen.“
Führung heißt: „Ich ermögliche, dass das Beste entsteht.“
4. 3 Fragen, die deine Führung sofort verändern können
Wenn du heute nur EINE Sache mitnimmst, dann bitte das hier.
Stell dir diese drei Fragen – täglich:
1. Was ist heute wirklich wichtig – und was darf liegen bleiben?
Führung beginnt mit Prioritäten. Nicht mit Perfektion. Lege den Fokus auf die Wichtigen Themen. Und nicht immer ist das, was am lautesten Schreit auch das Wichtigste!
2. Was kann ich heute loslassen, um Vertrauen zu ermöglichen?
Nicht alles kontrollieren. Sondern Mut zur Lücke. Verantwortung ist kein Monopol. Du wirst sehen, du kannst mehr „abgeben“ als du bisher dachtest.
3. Was will ich heute von mir selbst fordern – nicht, um zu glänzen, sondern um zu wachsen?
Führungskraft bedeutet Wachstums-Kraft. Stell dich deinen Herausforderungen. Welche Erwartungen bestehen an dich – seitens deiner Vorgesetzten, seitens deines Teams? Welche Erwartungen hast du an dich?
5. Vom Mittelmaß zur Exzellenz: Was du brauchst, ist kein Kuschelkurs
Du willst nicht das Abziehbild deiner alten Chefin oder deines alten Chefs werden – gut so.
Aber Achtung: Viele junge Führungskräfte schlittern in die „Wohlfühlfalle“.
Sie wollen geliebt werden statt zu führen. Sie wollen Harmonie statt Klarheit. Sie geben nach statt vor.
„Willst du beliebt sein – oder wirksam?“

