Zeitverschwendung E-Mails
Wie du die E-Mail-Flut in den Griff bekommst, ohne ständig vor deinem Mailprogramm sitzen zu müssen.
Ein Leitfaden für Führungskräfte
Ich muss noch schnell die E-Mail schreiben.
Wie bitte? Ja! Gleich. Ich muss noch die E-Mail beantworten.
Ja ja. Bin gleich da. Nur noch schnell die E-Mail….
Heute muss ich aber wirklich E-Mails bearbeiten.In diesem Artikel erfährst du, wie du die E-Mail-Flut bewältigen kannst, um effizienter zu arbeiten und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Aufgaben zu haben.
Sämtliche Personenbezeichnungen in diesem Artikel sind geschlechtsneutral zu verstehen und beziehen sich auf alle Geschlechter.
In guten Zeiten bekam ich alle zwei Minuten eine E-Mail.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich ultrawichtig war.
Damit liege ich wahrscheinlich irgendwo im unteren Durchschnitt.
30 E-Mails in der Stunde. Das ist doch ganz normal. Und je größer das Team, desto mehr E-Mails – logische Rechnung, oder?
Als Führungskraft stehst du täglich vor zahlreichen Herausforderungen. Eine davon ist die überwältigende Menge an E-Mails, die deinen Posteingang füllt.
Dieses Problem kann zu Stress führen und deine Produktivität mindern.
Wie wäre es für dich, wenn du stets up-to-date mit Mails bist. Wenn du immer einen guten Überblick hättest und du innerhalb von 24h auf deine Mails reagieren kannst, ohne ständig vor deinem Mail-Programm sitzen zu müssen?
Das Problem: E-Mail-Überlastung im Arbeitsalltag
Stell dir vor, du beginnst deinen Arbeitstag mit einem klaren Plan. Doch schon nach wenigen Minuten ploppen die ersten E-Mails auf.
Jede Nachricht reißt dich aus deiner Konzentration. Am Ende des Tages fragst du dich, wo die Zeit geblieben ist und warum du nicht das geschafft hast, was du dir vorgenommen hattest.
Dieses Szenario ist für viele Führungskräfte Alltag. Laut einer Studie erhalten Berufstätige durchschnittlich 26 E-Mails pro Tag. Bei Führungskräften kann diese Zahl deutlich höher liegen. Jede dieser E-Mails fordert Aufmerksamkeit und Zeit, was zu Unterbrechungen und Stress führt.
Warum weniger E-Mails der Schlüssel sind
Der einfachste Weg, weniger E-Mails zu erhalten, ist, selbst weniger zu schreiben.
Jede gesendete E-Mail kann Antworten, Rückfragen oder Bestätigungen nach sich ziehen. Überlege daher genau, ob eine E-Mail wirklich notwendig ist oder ob sich das Anliegen anders klären lässt.
Strategien zur Reduzierung der E-Mail-Flut
1. Direkte Kommunikation bevorzugen
Kaum zu glauben – aber man kann miteinander sprechen…
Anstatt für jedes kleine Anliegen eine E-Mail zu schreiben:
Greife zum Telefon – sprich mit der Person per Telefon, Teams, Zoom.
Suche das persönliche Gespräch – direkt, live und in Farbe. So nimmst du auch Körpersprache, Gestik und Mimik wahr. Und plötzlich sprecht ihr miteinander – anstatt „aneinander“ vorbei.
Lade zu einem Meeting ein. Eignet sich dann, wenn du einen größeren Verteiler gewählt hättest.
„Zwei Minuten Gespräch ersetzen drei bis fünf E-Mails!„
Oft ist in zwei Minuten geklärt, was in drei, vier, fünf E-Mails hin- und hergeschrieben wird. Ein Meeting mit dem richtigen Personenkreis wirkt Wunder, wenn es um wirkungsvolle Diskussionen und Abstimmungen geht.
Außerdem reduziert die direkte Kommunikation das eine oder andere Missverständnis.
2. Klare Kommunikationsrichtlinien etablieren
Orientierung geben, auch in der Kommunikation
„E-Mails nicht für Diskussionen nutzen.“
Setze in deinem Team klare Richtlinien für den E-Mail-Verkehr.
Definiert, wann E-Mails angemessen sind und wann andere Kommunikationsmittel genutzt werden. Dies reduziert unnötige Nachrichten und fördert effiziente Kommunikation.
3. Bewusster Umgang mit Empfängern, CC und Verteilerlisten
Wen willst du direkt ansprechen
Überlege genau, wer der oder die eine Empfänger:In der E-Mail sein soll und welche Person du in CC setzt.
Sobald du mehrere Personen in der AN-Zeile stehen hast, fehlt es an der Zuständigkeit. Niemand fühlt sich mehr direkt angesprochen.
Auch nicht jeder muss über alles informiert werden. Ein bewusster Umgang mit Empfängern reduziert die Anzahl der E-Mails erheblich.
„E-Mails sind ein Schneeballsystem der Zeitverschwendung! Für viele jedoch auch Beschäftigungstherapie…“
Bevor wir nun zu meinem System überleiten, noch eine kleine Anregung zum Nachdenken:
Stell dir vor, du schreibst eine E-Mail an 5 Personen. für dich ist es nur eine E-Mail. Früher hättest du, um 5 Personen zu erreichen, 5 Briefe schreiben müssen. Also genau genommen schreibst du mit einer E-Mail an 5 Personen auch 5 E-Mails
Wenn jeder dieser 5 Personen nun allen antwortet, dann hast du es geschafft, innerhalb kurzer Zeit, mit eigentlich nur einer E-Mail, in Wirklichkeit gut 30 Mails zu erzeugen.
Das nenne ich doch hoch wirksam – oder?
Ein effektives System zur E-Mail-Bearbeitung
Neben der Reduzierung der E-Mail-Anzahl ist es wichtig, ein effizientes System zur Bearbeitung der eingehenden Nachrichten zu haben. Hier ein bewährter Ansatz:
1. Automatisches Sortieren von CC-E-Mails
„Wenn du in CC bist, heißt das für dich: Lesen, wenn du Zeit hast. Es ist für dich „nur“ informativ – daher weder wichtig noch dringend!“
Erstelle in deinem E-Mail-Programm einen Ordner für CC-E-Mails. Richte eine Regel ein, die alle E-Mails, bei denen du im CC stehst, automatisch in diesen Ordner verschiebt. So bleiben diese Nachrichten aus deinem Hauptposteingang und du kannst sie zu einem passenden Zeitpunkt sichten.
Voraussetzung dafür: Du hast in deinem Team oder deinem Unternehmen klargestellt, dass CC-E-Mails ausschließlich informativ sind.
Für CC-E-Mails kannst du dir also einen oder zwei Zeiträume pro Woche in deinem Kalender blockieren. In diesen beiden Slots liest du zügig und ungestört deine CC-Mails und bringst dich auf den Stand der Dinge.
2. Nutzung von Kategorien oder Labels
Markiere wichtige E-Mails mit Kategorien oder Labels wie „Heute zu erledigen„.
So behältst du den Überblick über wichtige und dringende Aufgaben und kannst sie priorisiert bearbeiten.
Sortiere deinen Posteingang nach Kategorien. Dann hast du stets die wichtigsten, noch offenen Mails im Blick.
3. Einrichtung eines „Gestern“-Ordners
Verschiebe E-Mails, die nicht sofort bearbeitet werden müssen, in einen Ordner namens „Gestern“.
Diese Nachrichten kannst du zu einem späteren Zeitpunkt durchgehen, ohne dass sie deinen aktuellen Arbeitsfluss stören.
4. Feste Zeiten für die E-Mail-Bearbeitung
Blockiere in deinem Kalender feste Zeiten für die E-Mail-Bearbeitung.
Beispielsweise blockst du dir einmal vormittags und einmal nachmittags 1 Stunde. In diesen Zeitfenstern – und auch nur in diesen – sichtest und bearbeitest du deine E-Mails. Der Rest deines Tages gehört den wichtigen Aufgaben (oder steht in deiner Stellenbeschreibung explizit „E-Mails bearbeiten“? Oder ist „E-Mails bearbeiten“ in deinem Unternehmen eine wertschöpfende Tätigkeit und bringt konkret Geld?
„Ist E-Mails bearbeiten in deinem Unternehmen eine wertschöpfende Tätigkeit? Bringt sie konkret Geld?.„

